Kolonie Ricklinger Holz und Ihre Geschichte.

RICKLINGER HOLZ
gegründet 1935
38 Gärten auf 16.313 qm

Ja, es ist tatsächlich so, dass die heutige Kolonie „Ricklinger Holz" eine der ältesten Kolonien im Kleingärtnerein Ricklingen ist.
Wir haben in unseren Unterlagen einen Pachtvertrag von 1935 gefunden, aus dem hervorgeht, dass der Bevollmächtigte der Wisselchen Erben, Hannover-Ricklingen, der Frau Helene Rink eine Fläche von 24 „Quadrat-Ruten zum Zwecke des
gewöhnlichen Gartenbaus" zum Pachtpreis von ,,0,40 Mk die Rute" verpachtete.
Jetzt, etwa 65 Jahre später, weiss kaum jemand, was eine Quadrat-Rute ist. Auch ich musste nachlesen und fand folgende Erklärung:

,,Rute - früheres deutsches Längenmass unterschiedlicher
Grösse: von 3 bis 5,7 m,
in Preußen 3,77 m!

Wenn es auch sehr interessant ist, einen solchen Pachtvertrag durchzusehen und zu verfolgen, wozu „der Pächter berechtigt" ist und „was er zu unterlassen hat", so gilt er doch schon als ein Stück Geschichte.
Die 13 Freunde der Abteilung „Wissel" entschlossen sich 1939 der in der Zeit von September 1935 bis März 1936 gebildeten Kolonie Ricklinger Holz beizutreten.
Durch diesen Beitritt und die Aufnahme fünf weiterer  Mitglieder erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 50. 
Bereits im Winter 1939/40 wurden einige Gärten der „Abteilung 3" und „Wissel!" durch Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Schlimm waren die Folgen der Bombenangriffe in den Jahren 1940 und 1943. Lauben und Bäume wurden beschädigt, und das in einer Zeit, in der einige Gartenfreunde in ihren Lauben wohnen
mussten, da ihre Wohnungen Bombenangriffen zum Opfer gefallen waren.

Nachdem in mühseliger Kleinarbeit und mit sehr viel persönlichem Einsatz die Schäden weitgehend behoben waren und das Wirken in den Gärten wieder Freude bereitete, wurde 1949, vier Jahre nach Kriegsende, das erste „Laubenfest" gefeiert, das bis heute ein fester Bestandteil des Gartenjahres ist.

Dann kam der Südschnellweg.
Mit dem beginnenden Aufschwung in Wirtschaft, Verkehr und allen anderen Bereichen wurde es leider als notwendig erachtet, mitten durch das Gebiet der Kolonie einen Schnellweg zu bauen, um dem ständig steigenden Verkehrsaufkommen gerecht zu werden. Hier halfen auch keine Proteste. 
Einige Gärten fielen ganz oder teilweise dem Bau des Südschnellweges zum Opfer. Die Kolonie wurde zerteilt. Es mussten neue Koloniewege angelegt werden. Die Zahl der Mitglieder schrumpfte. Nur dem persönlichen Einsatz der jeweiligen Kolonieleiter und zur Mitarbeit bereiter Gartenfreunde ist es zu verdanken, dass es bis zur
heutigen Zeit fröhliche Feste und eine gute Zusammenarbeit gibt.